Ein junger, schwarzer Mann geht nach rechts aus dem Bild heraus. Er blickt traurig in die Kamera und zeigt in Richtung der Betrachtenden. Im Hintergrund ein breiter Fußweg im städtischen Bereich. Die Atmosphäre des Bildes ist kalt, bläulich. 
Sein Text, der perspektivisch auf den Fußweg geschrieben steht: Wenn ich in den Bus steige, sich die anderen abwenden und nicht neben mir sitzen wollen, wird die Kälte übermächtig.
Zur Person: Bakary Dibba, vor politischer Verfolgung geflüchtet, hier sein Brief: poster.kassandra-ruhm.de Ein QR-Code führt direkt zur Seite mit seinem Brief: http://kassandra.erinatranslations.de/content/posterbunt/posterbunt50.html

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Bakary Dibbas Brief

Ladies and gentlemen,

I am here today to discuss some issues that we face as immigrants in Germany.The rise of refugees most of whom are from the Middle East and Africa fleeing war and violence is followed by many forms of discrimination. Sometimes one would even enter a bus and everyone is running away from where you sit. Sometimes it is very difficult to cope with such situations and discrimination while hoping for a better life.
It is sometimes difficult that a day or two would pass without any attacks of refugees, like „Why don´t you go home“ or „Get away, immigrant“. We also see attacks against those who are helping and supporting us (the migrants). There are protests and street marchings from both sides all over. I can remember some centres for asylum seekers set on fire. Burning our hopes for a better life, bringing our lifes to a standstill. Coupled with the snow and cold outside that was very horrible. Sometimes people would also throw fruits or bananas at us or treat us as „The bad ones“ when you would just say „Hello“. It often seems like you are talking to a wall then.
Next to this hard situations every day your head is ringing the alarm bells because of the issues with deportion of the government. In my note I am appealing to all people to come together, living freely where one wants to live and remove this barrier of racism. Let us all try to live in peace and harmony. Lets us learn to accept one another and create a world of togetherness. The wealth of a nation is in the diversity of cultures!
Thank you!

Bakary Dibba.


Übersetzung

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich schreibe Ihnen heute diesen Brief, um einige Probleme, mit denen wir als Geflüchtete in Deutschland konfrontiert werden, zu besprechen. Der Anstieg der Geflüchteten, die vor allem aus dem Nahen Osten und Afrika kommen, weil sie dort vor Krieg und Gewalt fliehen, brachte auch sehr viel Diskriminierung mit sich. Gelegentlich, wenn man einen Bus betritt, wenden sich die anderen ab und keiner will neben einem sitzen. Manchmal ist es sehr schwierig mit solchen Situationen und Diskriminierungen umzugehen, da man doch auf ein besseres Leben hofft.
Es ist manchmal auch schwierig, wenn kaum ein oder zwei Tage ohne einen Angriff auf Geflüchtete vergehen, wie zum Beispiel „Warum gehst du nicht nach Hause?“ oder „Geh weg, Immigrant!“. Wir sehen außerdem Angriffe auf die Menschen, die uns helfen und unterstützen. Es gibt überall Proteste und Straßenmärsche von beiden Seiten aus.
Ich kann mich daran erinnern, dass einige Asylunterkünfte angezündet wurden. Unsere Hoffnungen auf ein besseres Leben verbrannten, unsere Leben standen still. Gemeinsam mit dem Schnee und der Kälte war das besonders schrecklich. Manchmal werfen Leute auch Früchte oder Bananen auf uns oder behandeln uns als „die Bösen“, wenn man nur „Hallo“ sagt. Es fühlt sich dann oft so an, als würdest du mit einer Wand sprechen. Neben dieser schwierigen Situation klingeln jeden Tag die Alarmglocken im Kopf der Migranten, wenn sie an die Deportationen der Regierung denken. In meinem Brief möchte ich an alle Menschen appellieren, zusammen zu kommen, frei neben einander zu leben und die Barriere des Rassismus zu besiegen. Lasst uns alle versuchen in Frieden und Harmonie miteinander zu leben! Lasst uns lernen einander zu akzeptieren und eine Welt der Gemeinsamkeit erschaffen. Der Reichtum einer Nation liegt in der Vielfalt an Kulturen!
Vielen Dank!

Bakary Dibba.

Übersetzung: Hannah Hußing


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